Wir sitzen in unserem Büro, vielleicht auch im Homeoffice heutzutage, und erledigen unsere Aufgaben. Hier und da halten wir einen netten Plausch mit Kollegen und kehren dann zurück an den Schreibtisch. Der Blick gleitet ab und zu nach draußen, aus dem Fenster.
In solchen Momenten hat mich immer die Sehnsucht gepackt. Nach mehr! Ich wollte mehr. Und so geht es vielen. Und ich meine, dass ich jetzt einen der häufigsten Gründe entdeckt habe, der viele davon abhält, endlich mehr zu leben. Ok, es war auf jeden Fall mein Grund: Angst.
Jetzt denkst Du vielleicht: „Wow. Xenia. Bahnbrechende Entdeckung!“ und das laut in deinem Kopf, mit einem sehr starken, sarkastischen Unterton.
Ja, das mag jetzt für viele keine neue Erkenntnis sein. Aber hast Du dir mal Gedanken darüber gemacht? Hast Du dich mal ernsthaft mit dieser Angst auseinandergesetzt? Rational ist sie nicht in jedem Fall und meiner Meinung nach solltest Du sie in jedem Fall überwinden.
Und das ist leichter gesagt, als getan. Bei weitem! Es klingt so einfach, es klingt so schön. Und es ist verdammt viel Arbeit, viele Nerven werden benötigt, es ist schwer.
Du solltest es meiner Meinung nach auf jeden Fall tun, weil Du nichts zu verlieren hast. Was? Deinen Job? Dann sprich mit deinem Boss ganz offen darüber. Kündige nicht direkt und mach es Schritt für Schritt. Und mal als kleiner Gedankenanstoß: Wenn Du dich nach MEHR sehnst, gibt dir der Job wohl nicht ALLES, was Du willst, oder?
Ich finde es nebenbei bemerkt verdammt schwer, seinen Traum zu finden. Ich habe ihn verloren. Da bin ich ganz ehrlich. Und ich befinde mich gerade auf der Suche danach. Dazu möchte ich erwähnen, dass ich erst 23 Jahre alt bin und noch keine Verpflichtungen habe. Ich muss keine Familie in irgendeiner Art versorgen, ich habe ein unfassbar unterstützendes Elternhaus hinter mir und bin dann auch noch etwas leichtsinnig.
Aber auch hier: frag nicht nach Sonnenschein. Um meinen Traum zu finden, habe ich viele Projekte, sichere Hafen und die Anerkennung von manchen Menschen über den Haufen geschmissen. Im hohen Bogen. Das klingt einfach. Es ist verdammt schwer. Dabei musste ich mein Ego überwinden. Und auch das holt mich noch immer in gewissen Situationen ein. „Aber jut, wat willste machen?“, dachte ich mir.
Es zeigt sich gerade, dass „einfach mal machen“ ein Teil meines Traums ist. Das ist ganz schön schwer. Ich würde so gerne in das System passen. Ich würde so gerne einfach zur Uni gehen, meine Stunden absitzen, dumme Klausuren schreiben und dann mich über so einen Wisch freuen. Das tue ich aber nicht. Ich find es cool, dass Menschen das machen. Sonst würde ich den Weg mir nicht wünschen.
Zu mir passt aber der Weg: lass das einfach mal machen! Hast du das geplant? – Nö, wieso auch. Das Ergebnis sehen wir gleich!
Ein Studium ist da etwas zu statisch für.
Das sage ich dir, damit Du siehst, dass kein Weg leicht ist. Und jeder Weg ist schmerzhaft. Du entscheidest dich nur für einen Schmerz. Du entscheidest dich auch, für wen du ihn in Kauf nimmst.
In diesem Sinne, wünsche ich dir eine für dich spannende Zeit!
Bis bald
